Stab & Darsteller


GEORG STEFAN TROLLER
Drehbuch

wurde am 10. Dezember 1921 in Wien geboren. 1938 floh er über Prag, Marseille und Casablanca in die USA. Dort nahm Troller zunächst unterschiedliche Tätigkeiten wahr, bevor er 1943 - 1946 amerikanischer Soldat war. Danach studierte Troller in Los Angeles an der UCLA und in New York an der Columbia-Universität.

Seit 1949 lebt Troller in Paris, wo er zunächst als Radiokorrespondent für österreichische und deutsche Rundfunkanstalten arbeitete. Seit 1957 wurde Georg Stefan Troller unumstritten zu einer Legende des Europäischen Fernsehens. Generationen von Zuschauern kennen seine Sendereihen Pariser Journal und Personenbeschreibung, in denen er 35 Jahre Prominente und Unbekannte porträtierte - Menschen, die durch ihr Leben, ihren Glauben, ihre Einstellungen und Erfahrungen Einfluß in dieser Welt ausübten.

Von Troller porträtiert zu werden, ist eine Auszeichnung - wie das Bild eines bekannten Malers oder Photographen; bereut hat es bisher keiner. Unter ihnen sind so unterschiedliche Persönlichkeiten wie Roberto Rossellini, Muhamed Ali, Liv Ullmann, Charles Bukowski, Art Spiegelman, Harold Brodkey, Peter Handke, Felix Mitterer...

Neben seinen Porträt-Sendereihen ist Georg Stefan Troller auch als Autor bekannt geworden. Seine Autobiographie, u.a. von Axel Corti unter dem Titel Wohin und Zurück verfilmt, wurde ein internationaler Erfolg, wie überhaupt die Freundschaft mit dem 1993 verstorbenen österreichischen Meisterregisseur Axel Corti zu Höhepunkten im Schaffen von beiden führte: 1975 schrieb Troller das Drehbuch für den von Corti realisierten Fernsehfilm Ein junger Mann aus dem Innviertel - Adolf Hitler, es folgte 1978 Der junge Freud und in den 80er Jahren schließlich einer der größten Erfolge des österreichischen Films überhaupt, die TV-Trilogie Wohin und zurück (1982 An uns glaubt Gott nicht mehr, 1986 Santa Fe und 1986 Welcome in Vienna, der auch erfolgreich als Spielfilm in den Kinos gelaufen ist).

1993 gewann der Münchner Produzent Jörg Bundschuh Georg Stefan Troller für eine Reihe von abendfüllenden Dokumentarfilmen: Mord aus Liebe (1993), ein spannender Film über Menschen, die ihre Geliebten und Ehepartner ermordeten, Unter Deutschen (1995), ein Dokument über Deutschland, so wie es sich einige Jahre nach der Wiedervereinigung zeigt, Liebe in Hollywood (1996), eine Auseinandersetzung mit interessanten Persönlichkeiten der internationalen Unterhaltungsindustrie darüber, wie Filme unsere Vorstellungen von Liebe beeinflussen. 1997 startete Georg Stefan Troller zusammen mit Kick Film die Fernsehreihe Hollywood Profile (1997) - Portraits über spannende Figuren der Medienwelt. Auch mit KICK Film entstand im Frühjahr 2001 der Film Amok!, eine Dokumentation über einen Amoktäter in den USA. Gerade vor ein paar Wochen stellte Troller seinen Film Selbstbeschreibung fertig, eine nachdenkliche aber trotzdem humorvolle Biographie - ein Portrait über sich selbst.

Trollers einzigartiger dokumentarischer Stil wurde mit zahlreichen nationalen und internationalen Preisen ausgezeichnet:
Goldene Kamera, Vier Adolf-Grimme Preise mit Gold, Goldene Nymphe Monte Carlo, Berliner Kunstpreis für Fernsehen, Sonderpreis der Landesregierung von Nordrhein-Westfalen, Preis der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste, Goldener Gong, Preis der österreichischen Volksbildung (dreimal), UNDA Österreich-Preis, Erich Salomon Preis (Dt. Gesellschaft für Photographie), Eduard Rhein-Preis, Kamerapreis der Photokina, Besondere Ehrung des Adolf-Grimme-Preises, Ehrenpreis des Münchner Filmfestivals, u.a.